Geschichte des Freundeskreises

HISTORIE

1966 Auf Initiative des Publizisten und Übersetzers Helmut M. Braem wird am 13. April in Stuttgart der gemeinnützige Verein Freundeskreis zur Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e. V. gegründet. Ziel ist von Beginn an, die Arbeitsbedingungen der oft schlecht bezahlten und wenig gewürdigten Übersetzer:innen verbessern. Nach Helmut M. Braems Tod folgten als ihm als Präsidentinnen des Freundeskreises Hildegard Grosche (1977), Rosemarie Tietze (1994), Ragni Maria Gschwend (2001), Susanne Höbel (2008), Helga Pfetsch (2014) und Karen Nölle (2019).

1967 kommen Literaturübersetzer:innen zum ersten Mal zu einem Jahrestreffen in Esslingen – zum Esslinger Gespräch – zusammen, um sich über ihre Arbeit auszutauschen. Die Tagung wächst und muss umziehen: erst von Esslingen nach Bad Boll, dann von Bad Boll in eine Tagungsstätte der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bergneustadt. In dieser Zeit überträgt der Freundeskreis die Organisation der Tagungen an den VdÜ (Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke). Als auch Bergneustadt zu klein wird und sich ein Tagungsort in Bensberg bald als ungeeignet erweist, findet 2004 der Umzug nach Wolfenbüttel statt. Inzwischen nehmen am Wolfenbütteler Gespräch, der Jahrestagung der Literaturübersetzer, jährlich weit über 200 Literaturübersetzer:innen teil.

1973 stellt das Land Baden-Württemberg dem Freundeskreis erstmals Geld für ein BADEN-WÜRTTEMBERG-STIPENDIUM zur Verfügung. Seit 1979 können jährlich Arbeits- und Reisestipendien an Übersetzer:innen mit Wohnsitz in Baden-Württemberg vergeben werden. Seit 1973 wurden rund 450 Stipendien vom Freundeskreis vergeben.  NEUE ZAHLEN?

1978 verleiht der Freundeskreis zu Ehren von Helmut M. Braem erstmals und seither alle zwei Jahre den HELMUT-M.-BRAEM-ÜBERSETZERPREIS. Die Preissumme von 10.000 DM wird zur Hälfte vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestiftet, zur anderen Hälfte aus dem Spendenaufkommen des Freundeskreises finanziert. STIMMT DAS NOCH?

1979 kann der Freundeskreis dank der Zuwendung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erstmals den CHRISTOPH-MARTIN-WIELAND-ÜBERSETZERPREIS in Höhe von 10.000 DM ausschreiben.

1995 kann der Freundeskreis dank der PEREWEST-Stiftung jährlich das PEREWEST-STIPENDIUM für Literaturübersetzer aus slawischen Sprachen vergeben.

1997 wird auf Initiative der damaligen Freundeskreis-Präsidentin Rosemarie Tietze der DEUTSCHEN ÜBERSETZERFONDS gegründet.

1998 finden, durch den Freundeskreis angeregt, in Biberach an der Riß die ersten BADEN-WÜRTTEMBERGISCHEN ÜBERSETZERTAGE statt. Seither wird in wechselnden Städten und im Zweijahresrhythmus ein großes Literaturfestival veranstaltet, das, wie es in der Broschüre „Orte für Worte“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg heißt, Sprach- und Literaturvermittlern sichtbar macht, ihr Tun und ihre Probleme einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt und sie „für ein paar Tage ins Licht der Medien rückt“.

1999 vergibt der Freundeskreis erstmals das BARTHOLD-HEINRICH-BROCKES-STIPENDIUM, das Übersetzer:innen ein kleines „Sabbatical“ von zwei bis drei Monaten ermöglicht. Seit 2003 wird das Stipendium vom Deutschen Übersetzerfonds betreut.

Bis 2020 hat der Freundeskreis tausende von Stipendien – Baden-Württemberg Stipendium sowie Perewest-Stipendium – vergeben, 21 Braem- und ebenso viele Wieland-Preise verliehen. Wir danken all unseren Unterstützern und nicht zuletzt den zahllosen Jury-Mitgliedern, die diese erfreuliche Bilanz möglich gemacht haben und noch machen.